Energieversorgung

Ein Blick auf das Kohlekraftwerk in Mannheim - (Hoch-)Spannung zwischen Energiesicherheit und Klimaschutz.

Ein Blick auf das Kohlekraftwerk in Mannheim – (Hoch-)Spannung zwischen Energiesicherheit und Klimaschutz.

Wir wollen die Eigenerzeugung und den Eigenverbrauch von regenerativer Energie in Mannheim fördern. Die Stadt Mannheim sollte mit gutem Beispiel vorangehen und endlich ihre eigenen Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausstatten. Dies kann in eigener Regie oder über eine Solardachbörse geschehen, bei der sich interessierte Bürgerinnen und Bürger finanziell einbringen können. Große Gebäude von Industrie und Gewerbe sind prädestiniert für die Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien. Hier sehen wir aufgrund des großen Energieverbrauchs eine besondere Verantwortung. Der Bau des Blocks 9 im Großkraftwerk Mannheim war die falsche Entscheidung. Eine zentrale großtechnische Versorgung mit klimaschädlicher Kohle gehört der Vergangenheit an, und Block 9 sollte am besten überhaupt nicht in Betrieb gehen. Wenn er dennoch ans Netz geht, sollte er so flexibel wie möglich reagieren können.  In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass die eingesetzte Kohle unter menschenwürdigen Bedingungen gefördert wird (Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen). Man hätte in Mannheim bereits vor Jahren auf ein flexibleres System von vielen kleinen Anlagen zur Energieerzeugung setzten sollen, die je nach Bedarf an- und abgeschaltet werden können. Die Zukunft gehört der dezentralen Versorgung mit beispielsweise Mini-Blockheizkraftwerken, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sowie Geothermie-Kraftwerken. Die Entwicklung der Konversionsflächen bietet sich hierfür besonders an. Um die regionale Wertschöpfung voranzutreiben, sollten hier vorzugsweise Bürgerenergiegenossenschaften zum Zuge kommen. Initiativen wie BürgerEnergie Mannheim eG begrüßen wir daher. Dies kann in Form eines neuen, lukrativen Geschäftsmodells mit Unterstützung der MVV Energie AG oder aber der Stadt Mannheim geschehen. Intelligente Stromnetze helfen, Energie dann sinnvoll und koordiniert zu verbrauchen, wenn sie zur Verfügung steht. Zudem helfen sie, die Belastung für das Stromnetz zu begrenzen und die Energieversorgung stabiler zu machen. Wir setzen uns dafür ein, Mannheim flächendeckend mit intelligenter Energievernetzung auszustatten. Ergänzend zu diesen intelligenten Stromnetzen ist es dringend notwendig, Energiespeicher zu erforschen und zu etablieren. Hier könnte Mannheim in Zusammenarbeit mit Industrie, Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern eine Vorreiterrolle spielen und sogar Arbeitsplätze schaffen, zum Beispiel in einem Energiemusterpark auf dem Gelände der bisherigen Coleman Barracks. Auch wenn das Thema Fracking Mannheim aktuell nicht konkret betrifft, fordern wir dennoch ein klares „Nein“ zur unkonventionellen Erdgas- und Erdölförderung. Die Stadt Mannheim sollte sich dafür einsetzen, dass dies auch in der Metropolregion Rhein-Neckar gilt.

Wohn- und Gewerbebauten

Der größte Energiebedarf entsteht bei der Beheizung und Kühlung von Gebäuden. Da sich Mannheim in der Klimaschutzkonzeption 2020 selbst zum Ziel gesetzt hat, den Energiebedarf zu senken, ist es nur folgerichtig, dass für zukünftige Wohn-, Industrie- und Gewerbebauten die Passivbauweise als Standard (Stand der Technik) angestrebt werden muss. Dies soll auch für die Kernsanierung von Bestandsgebäuden gelten. Hier sei beispielhaft das Postareal genannt. Bei der Planung eines Gebäudes sollte für die Heiz- und Kühltechnik zuerst geprüft werden, ob eine optimierte Bauweise oder eine neue Technologie zur Verfügung steht, um den Einsatz von Primärenergie zu verhindern. Wir wollen nicht nur Modellprojekte, sondern streben einen flächendeckenden Einsatz an. Das Versprechen der Architekten, beim Neubau der Kunsthalle ein Nullenergiekonzept auf Grund unserer Initiative umzusetzen, werden wir beim Wort nehmen.

Daseinsvorsorge

Daseinsvorsorge gehört in die Hand der Bürgerinnen und Bürger. Die Wasserversorgung bietet sich als Einstieg in das Thema Rekommunalisierung an. Eine zukunftsfähige Energieversorgung im Allgemeinen und die Energiewende im Besonderen brauchen die Akzeptanz der gesamten Bevölkerung. Wir möchten deshalb die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Energieversorgung in unserer Stadt ausweiten.

Elektromobilität

Ein weiterer unverzichtbarer Ansatz zur Einsparung von CO2 ist die Förderung alternativer Antriebsarten. So sollte die Stadt Mannheim mit gutem Beispiel vorangehen und den gesamten städtischen Fuhrpark sukzessive auf alternative Antriebsarten umstellen. Dies gilt auch für die Busflotte der RNV. Aber auch die individuelle E-Mobilität kann indirekt gefördert werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass der eingesetzte Strom aus regenerativen Quellen kommt. Nach dem norwegischen Vorbild soll das Parken von Elektrofahrzeugen in der Innenstadt gebührenfrei sein. Zudem sollen Ladestationen aufgestellt werden, an denen das Aufladen der E-Autos kostenlos ist. Dies macht die Innenstadt ruhiger, sauberer und lebenswerter.