Lebensraum Stadt

Blick auf die Spinelli Kaserne zwischen Feudenheim und Wallstadt

Blick auf die Spinelli Kaserne zwischen Feudenheim und Wallstadt

Menschen, die in Städten leben, sehnen sich nach Freiflächen zur Erholung. Diese dienen aber nicht nur der Naherholung, sondern helfen auch dabei, das städtische Mikroklima zu verbessern. Sie können auch dazu beitragen, die biologische Vielfalt in Mannheim zu vergrößern. Die ehemaligen amerikanischen Kasernen in den Konversionsgebieten zeichnen sich durch einerseits erhaltenswerte Freiflächen und andererseits durch viele und zum Teil gut erhaltene oder sanierte Wohngebäude aus. Im Gegensatz dazu herrscht in manchen Stadtteilen eine sehr enge Bebauung mit wenig Vegetation vor. Die Konversionsflächen bieten also die besondere Chance, eng bebaute Gebiete zu entzerren und grüne Inseln zu schaffen. Sei es durch Auflockerung des Bestands auf den Flächen selbst oder durch einen Flächentausch, also die Verlagerung von Wohnraum und Gewerbefläche weg von (zu) dicht besiedelten Bereichen hin zu den Konversionsflächen. Wir wollen neue Wohn- und Lebensformen fördern, zum Beispiel Mehrgenerationenprojekte oder das gemeinsame Wohnen von Menschen mit und ohne Behinderung. Grundsätzlich ist bei der Stadtentwicklung darauf zu achten, dass Familien mit Kindern und Alleinerziehende sowie Studierende geeigneten Wohnraum finden. Dabei sollen auch neue, alternative und experimentelle Bauformen und Baugemeinschaften zum Tragen kommen. Wir wollen eine soziale Wohnungspolitik, die sowohl im Bauen selbst als auch im Umgang mit Freiflächen ökologisch in die Zukunft weist. Neben den Konversionsflächen wollen wir in den nächsten Jahren auch verstärkt Mannheims Flüsse in den Blick nehmen. Wir wollen einen deutlich besseren Zugang zu Rhein und Neckar schaffen und die Aufenthaltsqualität an den Flüssen verbessern. Stadtentwicklung bedeutet für uns, Freiräume zu erhalten und zu schaffen, für eine gute soziale Durchmischung zu sorgen, aktive Inklusionspolitik zu betreiben. Der Entmischung, das heißt der kompletten räumlichen Trennung von Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit, wollen wir entgegen wirken. Das reduziert letztlich auch das Verkehrsaufkommen und schont Ressourcen. Grundsätzliches Ziel unserer Politik ist, den öffentlichen Raum in Mannheim für alle Bevölkerungsschichten und in allen Stadtteilen attraktiver zu machen und die Aufenthaltsqualität ohne Konsumzwang zu stärken. Gerade Jugendliche brauchen Freiräume und Entfaltungsmöglichkeiten in der Stadt. Sie gehören für uns in die Mitte unserer Stadt, nicht an die Ränder, in Ecken und Nischen. Wir wollen uns deshalb gezielt für mehr nicht-kommerzielle Aufenthaltsorte einsetzen, die Jugendliche für ihre Freizeit nutzen können. Für mehr Lebensqualität in der Stadt wollen wir auch Fördergelder wie aus dem Bundesprogramm „Soziale Stadt“ auf Grundlage nachhaltiger Kriterien zum Beispiel für die Entsiegelung von Flächen einsetzen.

Industrie- und Gewerbeflächen

Bei der Ansiedlung von Industrie und Gewerbe fordern wir eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar insbesondere mit Blick auf die endlichen Flächenressourcen. In der Fortschreibung des Raumordnungsplans, des Regionalplans und des Flächennutzungsplans wird diese Erkenntnis einer engen Verzahnung der Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrspolitik in den Fachplänen verankert. Das Zentrenkonzept dient dafür als Grundlage. Die unerwünschte Ansiedlung großflächiger Handelsmärkte auf der „grünen Wiese“ oder vor den Toren der Stadt wird dadurch verhindert. Investitionen werden in die Innenstadt und die Stadtteile gelenkt. Vergangene siedlungs- und gewerbepolitische Fehlentscheidungen müssen korrigiert oder durch ökologische Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden. Das gilt vor allem für gemarkungsübergreifende Planungen.

Coleman Barracks

Auf einem Teil der Fläche der heutigen Coleman Barracks schlagen wir die Einrichtung eines Energiemusterparks vor. Zum einen sollen dort unterschiedliche Anlagen für erneuerbare Energien betrieben werden, zum Beispiel Photovoltaikanlagen oder ein Geothermie-Kraftwerk. Zum anderen sollen gezielt Unternehmen und Einrichtungen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Speichertechnik angesiedelt werden. Wir werden uns für ein spezialisiertes Gründerzentrum Energiewirtschaft unter dem Dach der Mannheimer Existenzgründerzentren einsetzen. Mit diesem Energiemusterpark sollen attraktive und zukunftsorientierte Arbeitsplätze entstehen. Nicht nur für die Coleman Barracks fordern wir, dass kontaminierte Flächen, auf denen eine landwirtschaftliche Nutzung oder Wohnen ausgeschlossen ist, für eine solarenergetische Nutzung freigegeben werden.