Schullandschaft

Eine gute Bildungsinfrastruktur ist die Zukunft einer Stadt.

Eine gute Bildungsinfrastruktur ist die Zukunft einer Stadt.

Das Schulsystem in Mannheim steht insgesamt vor erheblichen Veränderungen. Der Rückgang der Schülerzahlen und ein anderes Schulwahlverhalten erfordern eine andere Schullandschaft. Während die Grundschulen kaum betroffen sein werden, werden zukünftig weniger weiterführende Schulen benötigt. Wir werden sorgfältig auswählen und dann klar benennen, an welchen Standorten es noch Werkrealschulen braucht und wie wir die Standorte ohne Werkrealschule stärken, wobei für uns der Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen mit der Möglichkeit, alle Abschlüsse zu erreichen, Priorität hat. Bilinguale Profile an weiterführenden Schulen wollen wir ausbauen. Auch bei den beruflichen Schulen sind Veränderungen unumgänglich. Wir brauchen ein effektives Übergangssystem in den Beruf. Das Angebot muss so ausgestaltet sein, teilweise auch in modularer Weise, dass die Ausbildungsgänge tatsächlich in den Arbeitsmarkt oder zu einem höheren Schulabschluss führen. Dementsprechend unterstützen wir den Modellversuch des Landes der Einführung einer Einstiegsqualifizierung in dualer Form.

Inklusion im Bildungsbereich

Die Stadt muss mehr für die Inklusion tun. So müssen alle Schulgebäude nach und nach barrierefrei umgebaut werden. Unser Ziel ist es, dass bis 2019 alle Grundschulen und ein großer Teil der weiterführenden Schulen durchgängig inklusiv arbeiten. Wir wollen für die weiterführenden Schulen, die oftmals noch sehr zurückhaltend sind, Anreize setzen und Modellschulen für Inklusion entwickeln.

Ganztages- und Gemeinschaftsschulen

Wir setzen uns für den weiteren Ausbau von Ganztagesschulen ein und wollen dabei die Betreuungszeiten an die Arbeitszeiten der Eltern anpassen, das heißt: zeitlich ausweiten. Wir wollen in jedem Jahr eine neue Ganztagesgrundschule einrichten und bis 2019 auch drei weiterführende Schulen zu Ganztagesschulen ausbauen. Dabei setzen wir klar auf die gebundene Form mit rhythmisiertem Unterricht, weil diese Form die beste Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ermöglicht. In Einzelfällen kann auch die teilgebundene Form eingerichtet werden. Zentral beim Umbau des Mannheimer Schulsystems ist die Einrichtung weiterer Gemeinschaftsschulen, die zudem einen neunjährigen Weg zum Abitur bieten. Wir betrachten das längere gemeinsame Lernen als ein Zukunftsmodell, wobei wir ganz klar darauf setzen, zukünftig insbesondere Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe, zum Bespiel im Mannheimer Süden, einzurichten – unter der Bedingung aber, dass die Schülerzahlen ausreichen.

Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit gehört für uns an jede Schule, auch an Berufliche Schulen und Sonderschulen. Wir wollen bis 2019 dafür sorgen, dass jede Schule entsprechend versorgt ist. Das Mannheimer Unterstützungssystem Schule (MAUS) leistet noch nicht den Abbau von Bildungsbenachteiligung, den wir erwarten. Dementsprechend wollen wir MAUS umgestalten.

Verpflegung

Gesunde Ernährung in der Schule halten wir für besonders wichtig. Wir wollen an weiteren Schulen Mensen mit frisch gekochtem Essen einrichten. Auch bei den weiteren Verkaufsstellen an Schulen sollen gesunde Lebensmittel Kern des Angebots sein.

Schulleitung

Wir wollen erreichen, dass bei der Besetzung von Schulleitungsstellen die Rolle von Schulkonferenz und Bildungsausschuss gestärkt wird. Wenn diese Gremien sich einig sind, darf es keine Besetzung durch das Regierungspräsidium an deren Voten vorbei geben.

Schulsanierung

In Schulgebäude wurde in Mannheim über Jahrzehnte nicht genügend investiert. Wir haben erfolgreich darauf gedrängt, dass sich das ändert. Noch ist der Investitionsstau aber groß. Weiterhin müssen Millionen in die Gebäude und die Ausstattung von Schulen investiert werden. Wir unterstützen, dass die Schulgebäude von der stadteigenen BBS GmbH betrieben werden. Wir werden darauf drängen, dass die Stadt die notwendigen Gelder zur Verfügung stellt und die Verantwortlichkeiten zwischen Stadt und Bau- und Betriebsservice (BBS) eindeutig geregelt sind und dass die Sanierungsrücklagen für spätere Jahre nicht anderweitig verwendet werden. Außerdem werden wir auf die energetisch hochwertige Sanierung von Schulgebäuden achten. Das erfüllt eine Vorbildfunktion und spart mittel- und langfristig erheblich Unterhaltskosten.

Privatschulen

Wir setzen uns für ein gutes und starkes öffentliches Schulsystem ein. Unser Ziel ist und bleibt es, dass der ganz überwiegende Teil der Kinder und Jugendlichen gemeinsam lernt. Privatschulen können eine gute Ergänzung des Schulsystems sein, gerade auch als Herausforderung für das öffentliche Schulsystem, was pädagogische Neuerungen betrifft. Wir wollen aber dafür sorgen, dass die öffentlichen Schulen darauf reagieren und ihrem umfassenden Versorgungsauftrag gerecht werden.

Bildung auf allen Wegen

Eine ganz wichtige Bildungsinstitution unserer Stadt ist die Mannheimer Abendakademie, die deutschlandweit zu besten Volkshochschulen gehört. Wir wollen diese Institution unterstützen, insbesondere im Bereich ihres Kernauftrags. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den zweiten Bildungsweg auszubauen und zu stärken. Menschen, die auf dem zweiten Bildungsweg Schulabschlüsse nachholen, stehen oft vor großen Herausforderungen. Wir wollen ihnen diesen Weg erleichtern, indem begleitende Unterstützung eingerichtet wird und die Gebühren weiter gesenkt werden. Ebenso ist uns die Bekämpfung von Analphabetismus ein besonderes Anliegen. Dass deutschlandweit etwa 10 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend lesen und schreiben können, ist ein weithin ignoriertes Problem. Wir stellen uns der Verantwortung für die Alphabetisierung und wollen entsprechende Maßnahmen unterstützen. Die lokalen Arbeitgeber und die Arbeitsagentur werden wir dabei in die Verantwortung nehmen.

Bibliothek und Musikschule

Wir setzen uns für einen Neubau der Stadtbibliothek mit moderner Konzeption ein. Die Auswahl des neuen Standorts muss nach bildungspolitischen Aspekten erfolgen. Gleichzeitig wollen wir die Stadtteilbüchereien erhalten und weiter stärken. Auch die Raumprobleme der Musikschule wollen wir angehen und die angefangene Renovierung zu Ende bringen. Musikalische Bildung wollen wir allen Kindern und Jugendlichen zugänglich machen.

Wissenschaft und Hochschulen

Wir setzen uns ein für die nachhaltige Förderung und Stärkung des Wissenschafts- und Hochschulstandortes Mannheim mit einem vielfältigen und breiten Studienangebot sowie mit attraktiven Rahmenbedingungen für Einrichtungen wie für Studierende. Wir unterstützen die Ansiedlung der Dualen Hochschule im Glückstein-Quartier. Zur Hochschul- und Universitätspolitik in Mannheim gehört für uns auch die Förderung ihrer gesellschaftlich-sozialen Funktion hinsichtlich lebenslangen Lernens und der Qualifizierung in berufsbegleitenden Studiengängen und spezifischen Weiterbildungsmaßnahmen für breite Bevölkerungsschichten, das meint neben anderem den Zugang für Menschen mit Berufserfahrung in Handwerk, Wirtschaft und Industrie. Von diesen Einrichtungen, ihren Forschenden, Lehrenden und Studierenden gehen wertvolle Impulse für den öffentlichen Diskurs und für die Entwicklung unserer Stadt aus, zum Beispiel in den Bereichen nachhaltige Mobilität, ökologische Stadtentwicklung, neue Wohnformen und moderne Stadtgesellschaft. Im Rahmen der Konversion wünschen wir uns eine enge Kooperation und Abstimmung mit den Hochschulen und weiteren Trägern der Weiterbildung, um sowohl deren Bedürfnisse berücksichtigen zu können als auch deren kreatives Potential zu nutzen. Die Konversion ist eine Riesenchance für die Erschaffung erschwinglichen studentischen Wohnraumes und öffentlicher Räume für den Austausch von Stadtgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Die regionale Wirtschaft ist auf Innovationen sowie Wissens- und Technologietransfer aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen angewiesen, der gegenseitige Austausch befördert Synergieeffekte und trägt zur Zukunftsfähigkeit der hiesigen Unternehmen bei. Diesen Austausch wollen wir gezielt unterstützen.

Öffentliche Aufgabe Kinder- und Jugendpolitik

Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt– das ist unser Anspruch. Hilfen und Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern sind nicht irgendeine Aufgabe unter vielen anderen öffentlichen Verpflichtungen. Sie sind auch nicht nur ein wirtschaftsfreundlicher Standortfaktor im Sinne der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit oder ein schulergänzender Faktor zur Schaffung von Bildungsgerechtigkeit im Hinblick auf Schulabschlüsse und berufliche Entwicklungschancen. Zuallererst ist die öffentliche Achtsamkeit und vordringliche Sorge für förderliche Entwicklungsbedingungen und die Bereitstellung qualifizierter Angebote von den frühen Hilfen über Krippen- und Kindertagesbetreuungsplätzen bis hin zum Jugendtreff/-Haus oder Jugendverband sowie der Jugendberufshilfe ein Recht der Kinder und Jugendlichen selbst. Dies kommt bisher deutlich zu kurz, gehört aber in das Zentrum der Debatten.

Qualität in der Erziehung

Qualität ist unabdingbar und vermindert Folgekosten: Das grundsätzliche Anrecht von Kindern und Jugendlichen auf Qualität in der Betreuung treibt unseren vehementen Einsatz für hohe Qualitäts- und Personalstandards in allen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Jeder in diesem Bereich eingesetzte Euro ist gut investiert in die Zukunft. Wir gehen also von einem weiten Bildungs- und Entwicklungsbegriff aus, der erzieherisches Handeln als Hilfe zur Selbstentfaltung auf der Grundlage verlässlicher und achtsamer persönlicher Bindungen zu konstanten Bezugspersonen versteht. Und dies gleich welchen Geschlechts, Rasse, Religion oder Herkunft und gleich welcher körperlicher, seelischer oder geistiger Ausgangsbedingungen. Das bedeutet Inklusion. Das so verstandene erzieherische Handeln von Familien und professionell Erziehenden zu unterstützen und die dabei notwendigen verlässlichen Angebote zu fördern und, wo nötig, zu qualifizieren, steht im Mittelpunkt unserer Kinder-, Jugend- und Familienpolitik. Die Qualität der Angebote in unserer Stadt wollen wir in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Dazu gehören für uns eine ausreichende Ausstattung mit Fachkräften, die kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte, eine gesunde Ernährung mit einem möglichst hohen Anteil an regionalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln, großzügige Außenflächen und Naturerfahrungsmöglichkeiten.

Frühe Hilfen

Hier ziehen viele Akteure aus verschiedenen Professionen an einem Strang. Es geht um die Koordination und Kooperation zwischen Jugendamt, Fachbereich Gesundheit, Geburtskliniken, Kinderärztinnen und -ärzten sowie Eltern-Kind-Zentren, um nur einen Teil zu nennen. „Willkommen im Leben“ ist ein präventives Angebot: Hier besuchen Hebammen Eltern von Neugeborenen und informieren über die verschiedenen Angebote. Dieser präventive Ansatz wird vom Großteil der Eltern angenommen. Daher engagieren wir uns für den weiteren Ausbau der frühen Hilfen vor allem in ihren aufsuchenden Formen.

Erzieherinnen- und Erzieherberuf

Erzieherische Berufe stellen Weichen für die Zukunft. Ihre mangelnde Wertschätzung jedoch, auch in Form nicht angemessener Vergütung, ist eine wesentliche Ursache für den Fachkräftemangel in diesem Bereich. Der mangelnden Wertschätzung und dem Fachkräftemangel wollen wir begegnen durch eine Höhergruppierung aller Erzieherinnen und Erzieher nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) Entgeltgruppe S8 sowie durch die Schaffung von vergütungsrelevanten beruflichen Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten durch entsprechende Qualifizierungen. Neben dem Ausbau der Praxisintegrierten Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher (PIA) für alle Träger der Kinder- und Jugendhilfe ohne Anrechnung der PIAs auf den Stellenschlüssel ihrer Praxiseinsatzorte setzen wir uns für die Schaffung eines Studienganges „Frühe Kindheit“ an der Hochschule Mannheim (duales Studium) sowie für sozial- oder heilpädagogische Einrichtungsleitungen mit entsprechender Vergütung ein.

Ausbau von Eltern-Kind-Zentren

Die Schaffung von Eltern-Kind-Zentren ist unser Erfolg. Dort, wo Inklusionsaufgaben, intensive Förderung der Kinder, intensive Elternarbeit oder die Koordination interdisziplinärer Hilfen notwendig sind, brauchen wir Eltern-Kind-Zentren. Eine qualifizierte Elternarbeit mit Familien in komplexen Problemlagen erfordert eine hohe Interdisziplinarität. Diese sehen wir weiterhin am besten im Kontext von Eltern-Kind-Zentren gewährleistet, für deren sukzessiven Ausbau wir uns weiter stark machen.

Betreuungsanspruch

Familien haben einen Anspruch auf Betreuung – und zwar auf qualifizierte Betreuung in der Krippe, in der Kindertagesstätte, im Hort oder am besten in einem Kinderhaus. Das ist eine wichtige Zukunftsaufgabe für jede Kommune. Mütter und Väter wollen und müssen Familie und Beruf vereinbaren. Auch die Wirtschaft hat dies erkannt. Betreuungsplätze sind heute ein harter Standortfaktor. Es gilt, Betreuungsplätze zu schaffen, die einen guten Standard haben. Notlösungen können nur die absolute zeitlich befristete Ausnahme bleiben. Infolge der Arbeitszeiten der heutigen Arbeitswelt setzen wir uns für die generelle Verlängerung der Öffnungszeiten von Einrichtungen ein und werden auch eine 24-Stunden-Kita für Eltern mit Schichtarbeit prüfen.

Kooperation

Zusammen denken, was zusammen gehört: Mittlerweile sind die Nachteile der starren Ausgestaltung unserer Sozialgesetzgebung hinlänglich bekannt. Diese können letztlich nur auf Bundesebene behoben werden. Dennoch wollen wir uns weiterhin auch auf kommunaler Ebene darum bemühen, die Schnittstellenprobleme insbesondere zwischen Sozialgesetzbuch (SGB) VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) und SGB XII (Eingliederungshilfen) weniger konkurrierend und mehr kooperativ zu gestalten. Zunächst müssen Hilfen definiert und gewährleistet werden, und erst dann sollten die Kostenträger sich über die Finanzierung einigen. Ohne die Familien auf die Reise durch die Behörden zu schicken.

Jugendamt

Mannheim braucht ein starkes Jugendamt, das viel zu lange unter einer unterbesetzten Leitungsstruktur zu leiden hatte. Die personellen, technischen und organisatorischen Arbeitsbedingungen im Jugendamt müssen sich auch nach der Ausgliederung des Kindertagesbetreuungsbereiches in einen eigenen Fachbereich schnell und nachhaltig verbessern, damit das Jugendamt seinen grundlegenden Aufgaben des Kindesschutzes, der Hilfen zur Erziehung, der Jugendförderung und der Jugendhilfeplanung nachkommen kann. Zur Gestaltung und Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfelandschaft gemeinsam mit den freien Trägern braucht es Ressourcen für eine nachhaltige Jugendhilfeplanung. Nur so können die notwendigen ambulanten und stationären Hilfen in der Region realisiert werden. Viel zu viele Mannheimer Kinder müssen immer noch weit ab von zu Hause betreut werden, weil geeignete Maßnahmen hier in der Region nicht vorhanden sind, das ist ein Armutszeugnis. Gerade in Stadtteilen mit hohen Problemlagen darf an qualitativen Angeboten nicht gespart werden. Wer nicht am Anfang investiert, verschiebt hohe Folgekosten in die Zukunft.

Prävention wirkt

Grenzen auszutesten ist für pubertierende Jugendliche normal. Dem Alkoholkonsum über jedes verantwortbare Maß hinaus bis zur Alkoholvergiftung muss entgegen gewirkt werden. Präventionsangebote wie „HaLT – Hart am Limit“ zeigen Wirkung und müssen metropolweit ausgebaut werden. Wir fordern eine langfristig angelegte Sozial- und Präventionsarbeit und die Stärkung proaktiver Maßnahmen.

Musikalische Früherziehung (MUKI)

Musikalische Früherziehung in Kindertagesstätten – ein Angebot, das von uns angeregt wurde –, ist ein Erfolgsmodell. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieses Angebot erhalten und ausgebaut wird.

Kinderbetreuung in der Metropolregion

Wir fordern eine Änderung des Staatsvertrages der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen zur Metropolregion Rhein-Neckar, um die Zusammenarbeit in Fragen der Kinder- und Jugendhilfe zu erleichtern, gerade auch im Bereich der Sicherstellung und Finanzierung der Kindertagesbetreuung in der Region.

Jugendliche

Jugendliche sind das Salz in der Suppe. Und sie sind inzwischen eine „Minderheit“ in unserer Gesellschaft. Oft werden sie nur als Störfaktor gesehen. Unsere Gesellschaft ist dafür verantwortlich, ihnen einen guten Weg zu ebnen. Jugendliche benötigen für ihre Entwicklung außerschulische Freiräume, in denen sie Verantwortung und selbstmotiviertes Engagement übernehmen. Jugendverbände und Jugendförderung haben hier traditionell eine starke Rolle inne, die auch und erst recht in Zeiten des demografischen Wandels gesichert werden muss. Daher muss zum Beispiel der Ausbau der Jugendtreffs weiter gefördert werden, bis in jedem Stadtteil die Kinder und Jugendlichen Zugang zu einem Jugendtreff oder einem Jugendhaus haben. Wir wollen Jahr für Jahr einen weiteren Jugendtreff auf den Weg bringen. Ebenso soll jährlich für einen weiteren Stadtteil die planerische Verankerung einer Spielleitplanung erfolgen, um Kindern und Jugendlichen den angemessenen Freiraum in unserer Stadt zu sichern. Spielleitplanung ist eine Form der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, bei der Wege und Räume zuerst identifiziert und dann im Rahmen der Bauplanung reserviert werden müssen. Kinder und Jugendliche benötigen verlässliche und achtsame Erwachsene, welche ihre Entwicklung fürsorglich begleiten und unterstützen. Sie brauchen aber auch die Möglichkeit, sich bei allem angemessen zu beteiligen, was ihr Leben direkt betrifft. Daher befürworten wir die Fortsetzung der Kinder- und Jugendbeteiligungsprozesse und setzen uns für ihre Verankerung als Querschnittsaufgabe in allen Politikfeldern unserer Stadt ein. Das stärkt den präventiven Ansatz, den wir konsequent weiterverfolgen wollen. Denn unser oberstes Ziel bleibt, dass Kinder in unserer Stadt zu starken, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heranwachsen.